SELBER SCHÄLEN: RICHTIG GUTER SPARGEL!

Bauern und Spargelverkäufer haben in den letzten Jahren ein regelrechtes Wettrüsten veranstaltet: überall stehen imposante (bei Schichtbeginn auch noch glänzend polierte) Edelstahlkisten und locken mit ‚Wir schälen Ihren Spargel umsonst! Fragen Sie uns nach Schalen für Ihre Spargelcremesuppe‘. Toll. Ein Angebot dass man nicht ausschlagen kann. Warum soll ich die fragilen Stangen denn noch selber mühsam in meiner Küche abhobeln? Na weil es schmeckt. Und zwar ganz anders. Nach Spargel eben und nicht nach Stangenwasser. Und weil ich ganz umsonst eine Suppe bekomme die auch noch nach Spargel schmeckt. Unglaublich! Aber wie geht das mit dem echt richtig leckeren Spargel?

Zuerst: kauf die dickeren Stangen. Diese schmecken immer intensiver, sind besser bissfest zu garen und brechen beim schälen nicht so leicht durch. Außerdem hat man mehr im Mund, was faktisch eine echte Freude sein kann. Achte darauf, dass die Stangen (oder Enden) nicht bräunlich verfärbt sind oder schon die lagerungsbedingte Spargel-Cellulite haben. Egal ob Oma gesagt hat dass Spargel frisch ist wenn die Stangen quitschen: guck auch hin. Fass die Stangen an und prüfe ob sie sich irgendwie elastisch oder nachgiebig anfühlen. Ja? Weg damit. Im Supermarkt nimmst du am besten die Stangen ganz unten aus der Kiste, Spargel mags gern kühl und dunkel.

Zuhause nimmst du dir ein Schneidebrett, einen Keramik-Sparschäfer, ein kleines Küchenmesser und stellst neben deinem Arbeitsplatz einen großen Topf auf. Deine Spargelportion sollte in zwei Lagen reinpassen, ansonsten mußt du während dem kochen umschichten und das ist lästig.

Erste Stange aufs Brett und mit moderatem Druck vom Kopf bis zum Ende schälen. Wenn es sich so anfühlt ‚als ginge da was weg‘ bist du auf Kurs. Gleitet der Schüler mehr über die Stange musst du nochmal nacharbeiten. Stange Stück für Stück drehen und entkleiden, Ende ab und beiseite legen. Die Enden und die Schalen packst du einfach in den Topf. Wenn alle Stangen geschält sind legst du sie einfach oben auf die Schalen (schlauerweise die etwas dickeren Stangen nach unten ;), streust eine gute Menge grobes Meersalz darüber, legst ein dickes Stück Butter darauf und gießt soviel warmes Wasser an bis die Schalen bedeckt sind und das Wasser an deine untere Spargellage kommt.

Ab auf den Herd,  Deckel drauf,  große Flamme an und warten bis es kocht. Runterschalten, so dass es gut köchelt und den Spargel nach eigenem Gusto bissfest bis leicht weich garen. Je nach Dicke der Stangen dauert das 10-15 Minuten.

Jetzt nimmst du die Stangen mit einer Schaumkelle heraus, legst sie auf deinen Teller oder die Teller deiner Lieben, tust nochmal etwas Butter obendrüber und …. genießt!

Lass dir Zeit, Spargel bleibt lange heiß. Spätestens nach der ersten Verbrennung am Gaumen begreift das jeder, merken tut sich’s aber trotzdem keiner.

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Das Spargelwasser nebst den abgeschnittenen Enden ist übrigens die perfekte Grundlage für eine wirklich leckere Spargelcremesuppe 🙂

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  1. Wenn ich den frischen Spargel nicht sofort verarbeite, wickel ich die Stangen in ein feuchtes Trockentuch und leg das Paket in den Kühlschrank. So bleibt es länger frisch 😊

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