SUNDAY ON SAMUI: EASY ISLAND LIVING

Auf dieser Insel muss man einfach mal Tourist sein und sich dem hingeben, was Touristen eben so machen. Also in Beach Bars rumhängen, das Wasser frischer Kokosnüsse austrinken, sich am Strand massieren lassen und in der restlichen Zeit ohne allzu festes Ziel mit einem Roller über die Insel tuckern. Wer mag schippert noch auf einem Bötchen um ein paar Inseln herum oder mietet sich für ein paar Stunden ein Jetski. Im Urlaubermodus angekommen ist es ganz herrlich, mittendrin dahin zu treiben, immer mit dem Gefühl, dass genau jetzt die Sonne des Lebens warm auf einen scheint.

Und nach den Tagen des Regens ist sie jetzt da, die Sonne, und sie taucht Ko Samui in ein paradiesisches Licht, färbt das Meer blau und die Strände weiss. Sie macht den Dschungel grün und bringt das Leben zurück. Dave leiht mir for free seinen Roller .

I need a license for this?
Not really.

Das reicht mir als Antwort. Nach den ersten Kilometern verstehe ich, warum das Motooobiiike Thailands Fortbewegungsmittel Nummer eins ist. Es ist, im leicht erhöhten Standgas betrieben, ein fast lautloser Flug über die holprigen Straßen, durch den Dschungel im Inselinneren oder entlang der Küste. Niemand fährt hier wirklich schnell. Kann man auch nicht, bis auf wenige Ausnahmen erinnert die Fahrbahn an die plattenbetonierten Autobahnen aus Vorwendezeiten und jenseits der 50 fängt es mächtig an zu schaukeln. 45 km/h sind optimale Thaispeed.

Through the jungle on Ko Samui

Schnell genug für Fahrtwind und langsam genug um jedem Schlagloch oder unwillkürlich auftauchenden Fahrzeug auszuweichen. Gebremst wird hier selten. Warum auch? Hier auf der Insel ist der Verkehr noch entspannter als in Phuket, folgt aber der gleichen simplen Regel: Wer Platz braucht bekommt ihn – ohne Hupen und Schimpfen fügt sich auf fast magische Weise alles zusammen. Das Geschehen ist nur genau so lange chaotisch, wie man nach Regeln und Rechten darin sucht, auf denen man beharren könnte. Schaut man aber darauf, was einfach sinnvoll ist, erscheint das Geschehen plötzlich, einer freundlichen Logik folgend, organisch geregelt.

Allgemein ist es durch die europäische Brille betrachtet merkwürdig, dass dieses Land in weiten Teilen so gut funktioniert. Die klapprige Infrastruktur ist alleine durch extreme Witterungsbedingungen harten Belastungen ausgesetzt. Ein Blick auf die Leitungsführung der Hochspannung, die hier ganz unbedarft entlang der Hauptstraßen durch jeden Ort geführt wird und die schon bei leichtem Regen anfängt deutlich hörbar zu knistern, würde jedem noch so schmerzfreien deutschen Freizeitelektriker kalten Schweiß auf die Stirn treiben. Sie funktioniert auch nicht immer, zumindest nicht so ganz. 80/20. Pareto.

The 7 Eleven Hotspot in Ban Bang Khao

Der 7 Eleven Hotspot in Ban Bang Khao, nach den Regentagen

Als das ‚Green Car‘ nach einer abendlichen Einkaufstour im Regen mal wieder nicht anspringt, erlebe ich die Reparatur einer innerörtlichen Hochspannungstrasse: Die Hauptstraße von Ban Bang Khut steht unter Wasser. Knöcheltief. Die Lichter in den Häusern sind dunkler als sonst und flackern ab und an ein bisschen. Kaffeemaschinen werden nicht mehr warm, der Strom reicht nur noch für Neonröhren und Sparlampen.  Ein kleiner orangener Laster aus den 60ern, auf der offenen Ladefläche sechs Arbeiter, hält gegenüber des ebenfalls flackernden 7 Eleven. Die Männer steigen ab, diskutieren ein bisschen und rauchen eine oder zwei. Bis einer von ihnen eine lange Stange holt und beginnt, damit in der Hochspannung rumzustochern. Es blitzt, so sehr dass ich noch Minuten später helle Kreise sehe, knallt kanonenartig, und die Lichter in Ban Bang Khut gehen aus. Wenig später fährt der kleine orangene Laster davon und hinterlässt ein Dorf in Dunkelheit.

Why they are six?
Enough for one night.

Am Mittag des nächsten Tages kommt der Strom zurück. Das Zusammenspiel von Wasser und Elektrizität in diesem Land wird mir immer ein Rätsel bleiben.

Urlaub in Thailand ist Urlaub in einem Entwicklungsland, bestenfalls einem Schwellenland. Und zwar auf der Schwelle zwischen seiner Ursprünglichkeit und dem Empfang der Segnungen unserer westlichen Welt. Der Streetfood Corner und sein Nachbar, der Seven Eleven repräsentieren dies in stiller Eintracht.

Die kleinen 7 Eleven Buden gibt es alle paar Kilometer an jeder Hauptstraße. Hier verkauft sich so ziemlich alles, was es bei uns in etwas besser sortierten Tankstellenshops gibt. Man vermisst allerdings Benzin, das findet man – in alte Schnapsflaschen abgefüllt – an jeder Straßenecke. Tittenhefte sind anscheinend nicht am König vorbeigekommen. Abgerundet mit Alk und Kippen präsentiert sich stolz das Sortiment: Nestlé, Danone und Pepsico haben sich mit Chips, Milchmixgetränken, Microwellensnacks und allerlei Süßkram die Fronten in den Regalen der 7 Elevens gesichert. Und die thailändischen Kinder sind ihre Kunden.

Streetfood in Bophut

Dabei macht es gar nicht den Anschein, als bräuchte die hiesige Food-Culture dringend Inspirationen von unserer Seite des Erdballs. Die immerwährende Gunst einer tropischen Region hat aus einer sagenhaften Vielfalt an Lebensmitteln ein Feuerwerk aus Geschmäckern und Geschmackskombinationen hervorgebracht. Fährt man durch thailändische Straßen, bekommt man den Eindruck, als erwirtschafte das Land einen erheblichen Teil seines Bruttoinlandsproduktes mit dem Verkauf von Nahrung. Läuft man über die Märkte, wie über den neben dem 7 Eleven, ist die Vielfalt und Frische regelrecht erschlagend. Und sie handeln da wirklich mit allem, was mal gelebt hat.

‚Süß’ ist eine der vier Dimensionen in (fast) jedem thailändischen Gericht. Reis ist omnipräsent. Aber woher kommt die Süße? Weißen Zucker kennt hier niemand, schon Rohrzucker ist eine Seltenheit. Die süßesten Zutaten, die ich in der traditionellen Thaiküche bis jetzt gefunden habe, sind Palm- und Kokosblütenzucker. Diese sind, wenn nicht industriell gewonnen, auch nur ausserordentlich mäßig süß, allerdings ganz köstlich. Dazu liefern tropische Obstsorten einen dezent-süßen Geschmack in vielen Gerichten. Mit Low Carb ist hier also nix – aber die Carbs kommen als komplexe, naturale Verbindungen daher.

Klassisch Thai sind drei Mahlzeiten am Tag, jede mit Gemüse und Reis

erklärt mir die Köchin des besten wokgebratenen Schweinebauchs mit Mangosalat (und Reis natürlich), den ich in meinem Leben gegessen habe. Über meinen Wunsch „No Peanuts please“ ergibt sich ein Gespräch. Gedolmetscht von einem hungrigen Taxifahrer, der mit ein paar Brocken Englisch, zwischen großen Löffelladungen Reis und Gemüse und heftig an ausgebackenen Hühnerfüßen kauend, die verbale Brücke zwischen uns baut. Die südostasiatische Küche kennt kein Brot, kein Getreide (außer Reis) und keine Milchprodukte. Abgepackte thailändische Süßigkeiten gibt es kaum.

Der mit Abstand größte Teil des Handels findet auf Märkten, auf der Straße und in kleinen Geschäften statt. Wenig westliches sieht man hier. Das macht es ja auch gerade so interessant. Und so erscheint es ein bisschen wie eine stille Invasion, sich einfach nur durch das Erschaffen eines Angebots von Zuckerwerk, unbemerkt und auf Zehenspitzen, in die Kultur der Kinder eines Landes zu schleichen. Den Rest wird die Gier schon regeln. Healthcare ist next.

Aber vielleicht sind es ja auch genau diese verschiedenen Welten, die die Vorstellung, in einem Land wie Thailand ein paar Monate zu leben so spannend für mich machen: Der größte Teil der Infrastruktur ist einfach und zweckmäßig, vieles primitiv. Manches, wie der Verkehrsfluss, ergibt sich einfach nur. Es funktioniert meistens, aber eben nicht immer. 80/20. Und wenn es mal nicht funktioniert, dann ist es auch nicht schlimm. Welche Panik würden wir schieben, wenn bei uns mal für eine Nacht und einen halben Tag der Strom weg wäre? Die Sachen im Froster? Abends keine Tagesschau?

Hier juckt das absolut niemanden.

Muss es auch nicht, denn irgendwann geht der Strom ja wieder an. Soviel ist gewiss. Ungewiss ist nur wann.

Vor dem Ungewissen, davor, nicht zu wissen was als Nächstes passieren wird und dann nicht mehr Herr der Lage zu sein, haben wir Deutschen große Angst. Wahrscheinlich haben wir auch deshalb dafür gesorgt, dass es für fast alles eine kausale Kette gibt (Tust du dies, passiert das). Unsere Regelwerke, Konventionen, Normierungen und Gesetze sind das Produkt dieses Strebens. Deutsche Stromnetze sind nahezu ausfallsicher, geht eine Leitung kaputt, übernimmt eine andere die Versorgung. Wir streben nach 100%. Damit fühlen wir uns sicher und geborgen. Soweit, so gut. Aber was ist der Preis, den wir für die Eliminierung der letzten Unsicherheiten zahlen?

Aufbau, Anwendung (Betrieb) und Anpassung (Wartung), ganz gleich ob von lückenlosen Gesetzgebungen oder ausfallsichen Stromnetzen kosten eine Menge Geld. Dieses will erschaffen werden. Das ist sicher ein Aspekt, vielleicht aber nicht der springende Punkt. Lassen wir also das Geld mal los:

Wir wachsen, gleich ob emotional oder physisch, durch die Bewältigung von neuen Herausforderungen in verschiedenen Dimensionen. Hantelsportler kennen das gut. Das Training immer gleicher Bewegungsabläufe, in gleicher Geschwindigkeit, gleichen Wiederholungszahlen usw. führt selbst mit gesteigerten Gewichten (Belastungen) niemals über die Mittelmäßigkeit hinaus. Die Entwicklung stagniert, der Körper ökonomisiert den Ablauf, er spezialisiert sich, die gewünschte Entwicklung, in diesem Fall das muskuläre Wachstum, bleibt aus.

Spezialisierung ist kennzeichnend für die Entwicklung der Menschheit in den Industrienationen. Wieviel Fähigkeit zur Bewegungskoordination ist uns auf unserem Weg in Fabriken und Büros verloren gegangen? Wieviel geistige Flexibilität und holistischer Blick durch die Spezialisierung auf isolierte Kompetenzen und Prozesse? Wieviel Freude und Spaß durch verpasste Überraschungen? Ist die Neugier, die wir auf das Ende eines spannenden Thrillers entwickeln, vielleicht das letzte Aufbegehren unseres Geistes, der Durst nach dem Ungewissen? Aber ist es überhaupt noch mittelmäßig, wenn wir nur noch zuzuschauen, wie etwas passiert, aber gar nicht mehr selbst Teil des Geschehens sind? Weil wir uns als Zuschauer oder Leser sicherer fühlen? Weil wir nicht so gefährdet sind wie der Akteur, in den wir uns hinein träumen? Der wir so oft gerne wären?

Vielleicht ist unsere emotionale Sicherheit objektiv eher eine Siecher-heit?

Sie erlaubt es uns, im Mittelmaß Gemütlichkeit zu finden und schafft die Voraussetzungen für den schleichenden Verlust unserer natürlichen Fertigkeiten. Sie verändert den Fokus der Neugier vom aktiven zum passiven. Und wofür?

Für ein Gefühl, das objektiv betrachtet leer und belanglos ist. Eine Nacht ohne Strom? Genau genommen nicht schlimmer als ein überraschender Tritt in Hundescheisse. Unwillkommen aber bezogen auf unsere Existenz als Individuum und Menschheit weder gefährlich noch bedeutend. Vielleicht sollten wir uns darüber bewußt werden, dass die größere Gefahr darin liegt, durch Spezialisierung und Lethargie aus Angst vor dem Ungewissen den Überblick für das große Ganze zu verlieren. Und am Ende in der totalen Ungewissheit ängstlich dahinzusiechen.

Ich habe ein paar Tage gebraucht, bis ich im Thai-Flow angekommen war. Bis ich mich ohne Angst vor dem Neuen habe treiben und die Dinge einfach geschehen lassen konnte. Daraus ergibt sich ein spannendes Paradoxon:

Die Wichtigkeit des Easy Living.

Ich hätte mich wohl darüber ärgern können, dass das Dach meines gebuchten Baumhauses im Monsunregen kapituliert hat und ich in einer dunklen Hütte über der Bar nächtige während Rami, der Finne, in den Wipfeln nasse Füsse bekommt.

„Hey there’s aircon in! Bro, you’ve been upgraded!“ grinst Dave. „Hm.“

Auch über den Regen an sich, sechs Tage ohne Unterbrechung. Über fehlenden Strom, nicht mehr funktionierenden Toiletten (sie graben einfach nur ein Loch unter dem Klo, hier in diesem Land. Und was voll ist, ist voll). Wenn ich gewollt hätte, hätte ich mich ganz bestimmt auch darüber ärgern können, dass auf den Stränden jetzt alles das rumliegt, was wir Landbewohner dem Meer geschenkt haben, was es aber nicht haben will.

Oder darüber, dass eine der vermutlich größten Froschcommunities von Ko Samui seit dem Regen direkt unter einem meiner wenigen Fenster siedelt. Darüber, das ich manchmal gar nicht weiß, was ich mit all der freien Zeit tun soll und dann den ganzen Tag in einem Café rumsitze, Kokosnüsse austrinke, ab und an ein paar dieser Zeilen schreibe und ansonsten einfach dahintreibe in all dem, was um mich herum geschieht. Still lächelnd den Verkehr auf einer Straßenkreuzung in Ban Bang Khao vorbeifließen lasse. Oder bei einem Mangoshake dabei zusehe, mit welch unterschiedlichen Techniken und Erfolgen Locals und Amis ihre Boote zu Wasser lassen.

Stattdessen freue ich mich daran, dass der Parkmann, der 10 Baht fürs Abstellen meines Rollers bekommt, mir eine Stunde später beim Abholen lachend mein Telefon in die Hand drückt.

Youuulefftit wiiisiibeiiik!

Und ich freue mich über sein Gesicht, als ich mich bedanke. Über Dave, der mir ab und zu irgendetwas, dass ich niemals bestellt hätte, von einem Streetfood Corner mitbringt. Und der mir mit seinem teils abstrusen Denken und Handeln spannende Diskussionen mit mir selbst ermöglicht. Darüber, dass die See sobald die Sonne scheint tatsächlich so azurfarben ist wie auf den Fotos. Über meinen ersten atemberaubenden Sonnenuntergang und die Familien, die im Schlick der Ebbe Muscheln finden.

Darüber, dass ich bei einer multinationalen Bootswässerung in Ban Bang Khao zu gegen sein darf. Ich sitze schweigend neben zwei Deutschen, die es einfach besser wissen. Sie fotografieren jeden missglückten Versuch der in der Hitze des Mittags verzweifelnden amerikanischen Familie, eine große in die Jahre gekommene Yacht vom Trailer in den Golf von Thailand zu bekommen. Und natürlich wissen sie, wie man sowas richtig angehen sollte. Nach einer guten Stunde beginnt er mit der Beratung von Daddy, der fortwährend in praller Hitze auf dem Bug seines Bootes thronend, die Farbe des Cocktails angenommen hat, mit dem der Berater seine fotografierende Frau zurücklässt. Wann und mit wem werden sie diese Bilder anschauen? Was werden sie denken und woran werden sie sich erinnern?

Den zwei drahtigen Männern, die nebenan eine großformatige Yacht elegant ins Hafenwasser gleiten lassen, ist die Szene egal. Sie lächeln, doin’ it the Thaiway (in dem sie einfach mit dem Jeep ins Wasser fahren) und sind nach drei Minuten mit Pickup und Bootsauflieger wieder verschwunden. Während die Amis, germanisch gut beraten, anfangen mit Ratschen und allerlei Zeugs komplexe Seilschaften zu konstruieren, bringen die Thais noch zwei weitere Yachten ins Nass. Nach dem zweiten Mangoshake wird es dann doch öde. Die Amis sind noch nicht am Ziel, aber irgendwie werden sie es schaffen, ich bin mir sicher. Sie haben einen Experten an ihrer Seite.

Ein paar Meter weiter möchte ich gegrillte Bananen kaufen. Es sind die letzten vier auf der rostigen Tonne. Ich krame einen knüddeligen 20 Baht Schein aus der Hosentasche.

Nooo! Fooofriiii!

Weil es die letzten vier sind. Es sind aber immer nur vier. Ich habe die schon ein paarmal gekauft. Vier gegrillte Bananen für 20 Baht. Das perfekte Frühstück. Heute habe ich keine Chance meine 20 Baht loszuwerden. Schöne Überraschung.

Der Dschungel ist ein hungriger Ort. Mein erster Strunk Bananen, den ich für umgerechnet vier Cent an einem Stand an der Straße kaufe und unbedarft auf den Tisch in meiner Hütte lege, wird binnen weniger Stunden flächendeckend von Ameisen besiedelt und mit beachtlicher Geschwindigkeit verzehrt. Nun, es sind auch große Ameisen. Mit einiger Abscheu befördere ich das rundum krabbelnde Etwas ein paar Meter weiter in einen Busch. Am nächsten Morgen ist der Strunk weg. Einfach verschwunden. 2 Kilo gelbe Ware. Gone.

Es ist schön zu beobachten, wie die Menschen hier abseits der touristischen Zentren miteinander umgehen. Losgelöst von aller Lächelei, sicher charakteristisch für Thailand, fällt vor Allem eins auf: Sie sind schlicht und ergreifend nett zueinander. Egal ob im wuseligen Straßenverkehr oder in einem vollen Streetfood-Corner; es entsteht immer ein Platz für den, der hinzukommt. Und, sie sprechen miteinander, lachen und haben Spaß.

Egal wer durch ein kleines Dorf geht oder fährt, ob Ausländer oder Local, er wird von denen, die dort vor ihren Häusern sitzen, begrüßt. Meine Bananengrillerin erkennt mich am zweiten Tag. Ich habe hier keinen einzigen schweigenden Tisch mit essenden Thailändern gesehen, nur schweigende Touristen, mitten im für zwei Wochen gebuchten Paradies. Sind sie denn alle sprachlos vor Glück?

Und so sitze ich in einer Bar, der einzigen am kleinen Hafen von Ban Bang Khao, trinke einen Ananasshake und freue mich darüber, dass ich es einfach geschehen lassen kann. Alles das, was um mich herum passiert – ohne schlechtes Gewissen, dafür mit Freude und Neugier. Angereist bin ich mit vielen Ideen und Gedanken, die ich im Urlaub mit mir selbst zu Ende diskutieren wollte. Mit dem Antrieb, den Gang der Dinge zu verändern. Etwas zu tun. Ich hatte gar nicht vor, dafür anzuhalten.

Jetzt wo ich doch, vielleicht initial gezwungen durch die Untätigkeit im Monsunregen zur Ruhe gekommen bin, erscheint es leicht, den Wunsch nach Arbeit – und sei es die Arbeit an sich selbst – noch ein paar Tage zurückzustellen.

Und vielleicht ist genau das die Arbeit an mir selbst. Soviel zur Wichtigkeit des Easy Living.

Du willst wissen wie die Reise begann? Hier geht es zu den anderen Tagebüchern.

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