KITCHEN ESSENTIALS TEIL 2: MESSER, SCHERE, SCHNEIDEBRETTER

Gutes Messer machen dir in der Küche das Leben leichter. Wenn du schnell und ohne Tränen eine Zwiebel schneiden willst, taugt die beste Technik nicht ohne das richtige Werkzeug. Manche geben dafür ein kleines Vermögen aus – nicht nötig wenn du mich fragst. Bleibt die Frage: Was ist denn das perfekte Messer?

Koch- und Küchenmesser

Wohl das emotionalste Thema in der Küche sind Messer. Ich vertrete bei Schneidewerkzeugen eine eher unkonventionelle Meinung: NICHT Rostfrei sollen sie sein. Und bitte mit einem Holzgriff. Holz hat eine natürliche antibakterielle Wirkung und ist um ein vielfaches hygienischer als Plastik (das zwar sauberer aussieht, es aber de facto nicht ist). Messer aus nicht rostfreiem Carbonstahl halten ein Leben lang und sind mit etwas Pflege an Schärfe und Schnittpräzision nicht zu überbieten. Und das Beste ist, dass du weder viele Messer brauchst noch viel Geld dafür ausgeben musst. Allerdings dürfen diese Messer nicht in die Spülmaschine und sie sehen nach kurzer Zeit ziemlich benutzt aus. Wenn dir das egal ist kannst du eine Investition für lebenslange Küchenfreuden tätigen.

Beim Bestellen musst du aufpassen – es gibt die Messer von Herder (Windmühlenmesser) und Kreuzblume mittlerweile auch in einer rostfreien Variante. Diese lässt sich lange nicht so gut schärfen wie das Original.

Universalmesser mit 13-15 cm Klinge

Meiner Meinung nach das absolute Allround-Messer in der Küche. Ich schneide damit fast alles. Das finde ich sehr praktisch, weil ich ein ziemlich spülfaules Wesen bin. Mit dem Universalmesser schneide ich Gemüse, Fleisch, Kräuter und vieles mehr. Es auch taugt super zum Ausbeinen von Fleisch – also z.B. dem Auslösen eines Knochens aus einer Keule. Lediglich für Zwiebeln und Knoblauch und zum teilen großer Fleischstücke benutze ich andere Messer. Mein Messer habe ich vor zig Jahren für 7 Mark auf einem Flohmarkt gekauft. Auch wenn es 70 Euro gekostet hätte, hätte es sich gerechnet. Heute kosten solche Messer wesentlich mehr und ich würde dir empfehlen auch z.B. ebay Ausschau nach einer gebrauchten Variante zu halten. Hier ist die passende Suche für dich (neu & gebraucht)! Alternativ kannst du auch bei Amazon fündig werden! Bei der Auswahl musst du aufpassen – es gibt diese Messer mittlerweile auch in einer rostfreien Variante. Diese kommt zwar scharf an, lässt sich aber lange nicht so gut schärfen wie das Original.

Gemüsemesser, Schälmesser, Spickmesser mit 6-9 cm Klinge

Für feine Arbeiten, wie z.B. perfekte Zwiebelwürfel ist ein kleines Gemüsemesser eine praktische Sache. Du kannst es auch als Schälmesser für Kartoffeln & Co benutzen. Normalerweise kaufen wir diese Messer mit billigem Plastikgriff irgendwo im Supermarkt, benutzen sie bis sie stumpf sind, ärgern uns dann ein paar Wochen darüber, schmeißen sie weg und kaufen neue. Warum? Mein Gemüsemesser besitze ich seit sicher 15 Jahren. Es schneidet noch genauso gut wie am ersten Tag. Und es hat mittlerweile echt Charakter. Dieses Messer gibt es von der Firma Herder aus Solingen seit Jahr und Tag. Entweder bestellst du es einzeln oder im Set mit einem Schälmesser und einem Spickmesser.  Für den Garten habe ich mal die Variante von Kreuzblume getestet. Diese Messer sind etwas günstiger und meiner Meinung nach genauso gut. Ein solches Messer ist übrigens ein guter Start in deine neue, rostige Messerwelt – es ist für ganz kleines Geld zu haben!

Kochmesser 21-24 cm Klinge

Der dritte Allrounder taugt zum Schneiden und Teilen von großen Fleischstücken und zum Hacken von Kräutern und Co. Profis schneiden damit auch Zwiebeln und Knoblauch, das erfordert allerdings einiges an Übung. Auch um Gemüse wie Gurken und Möhren zügig in Scheiben zu verarbeiten ist es super – da du die lange Klinge gut hin- und her wiegen kannst. Für ein gutes Kochmesser kannst du viel Geld lassen – oder du schaust z.B. auf Flohmärkten oder  auf Ebay nach gebrauchten Varianten. Dabei ist es nicht wichtig, dass das Messer möglichst groß ist (Achtung Männer! ;-), sondern dass dir Klingenform und Handgriff gefallen. Hier ist eine passende ebay-Suche für dich! Für dieses Messer wirst du vermutlich am meisten Geld ausgeben – obwohl du es vermutlich am seltensten benutzt. Starte also erstmal mit den günstigeren Schneidwerkzeugen 😉

Natürlich gibt es je nach dem wie und was du kochst auch die Legitimation, sich mehr Messer zu kaufen. Filetiermesser, Ausbeinmesser, Tourniermesser, Brotmesser, Hackebeile & Co. braucht man in der Regel allerdings seeeeeehr selten. Mit ein bisschen Geschick kannst du fast alles mit den oben beschriebenen Messern machen.

Messer aus rostendem Carbonstahl schleife ich übrigens meistens ganz einfach an der Rückseite eines Porzellantellers oder einer Porzellantasse. Dafür braucht man weder besonderes Geschick – und das Schleifwerkzeug steht jederzeit griffbereit im Küchenschrank. Keine Sorge, die schwarzen Spuren kann man einfach abwaschen – das Geschirr nimmt keinen Schaden 😉

Küchenschere

Vermutlich die ultimative Ärgerquelle in der Küche: eine stumpfe Schere. Komischerweise sind fast alle Scheren, die ich in den Küchen meiner Klienten in die Finger bekomme eben genau so. Eine gute Schere kostet Geld, aber hält dafür ein Leben lang. Mein Tipp ist die Ganzmetall-Schere von Wüsthof. Ich habe diese von meiner Oma geerebt, noch nie geschliffen und, oh Wunder, sie schneidet immer noch jede Tüte auf und wenn es sein muss auch mal Hühnerknochen klein. Hier kannst du dir die Scheren auf Amazon ansehen.

Schneidebretter

Holz, Holz und nochmal Holz! Plastik ist keine Alternative und bei den vielen neuen und billigen Bambusbretten weiß kein Mensch, wo sie herkommen und womit die dünnen Bambusstreifen zu einem betonharten Brett verklebt werden. Immer wenn du auf einem Brett schneidest oder hackst, löst du winzige Teile des Untergrundes an. Diese wandern mit in dein Essen und damit auch in deinen Körper. Achte also bei deinen Küchenbrettern genauso wie bei deinen Nahrungsmitteln darauf, dass sie natürlichen Ursprungs sind.

Buche (auch wenn farblich etwas aus der Mode) ist das perfekte Material für dein Küchenbrett. Du kannst Buchenbretter viel günstiger kaufen als Schneidebretter aus Tropenholz. Oft findest du sie sogar im Supermarkt aus zertifiziert nachhaltigem Holzanbau in Europa.

Du brauchst 3 große Küchenbretter: Für Fleisch, für Fisch und für Gemüse und alles andere. Die Bretter kannst du einfach durch Kerben kennzeichnen, die du mit deinem Küchenmesser reinschnitzt. Praktisch ist ein Format von ca. 45 x 30 cm und in jedem Fall eine umlaufende Rille, die Flüssigkeit sammelt. Die Dicke ist Geschmacksache: 1,5 cm sind ein gutes Maß. Wenn deine Arbeitsplatte für deine Körpergröße zu niedrig ist kannst du mit einem dickeren Brett auch ein bisschen davon ausgleichen.Hier kannst du dir gute Küchenbretter auf Amazon ansehen! Ich benutze übrigens die ganz einfachen Bretter von Zeller – und das seit Jahren.

Für Kleinkram kann es praktisch sein, ein paar Frühstücksbrettchen parat zu haben – hierauf kann man vorbereitete Zutaten auch einfach beiseite stellen. Auch hier empfehle ich dir Frühstücksbretter aus heimischem Buchenholz.

Abschließend noch ein Wort zur Pflege und zur Lagerung: In der Regel reicht es völlig, Naturholzbretter sehr heiß abzuwaschen und mit einem Schwamm oder Mikrofasertuch zu reinigen. Wichtig ist natürlich, dass du sie ordentlich trocknen lässt und nicht zwei feuchte Bretter nebeneinander oder übereinander in den Schrank stellst. Dann beginnen sie irgendwann zu schimmeln und sind reif für die Tonne. Ansonsten kannst du an einem 15€ Brett ein halbes Leben Freude haben!

Meine Küche ist klein. Ich habe nicht viel Kram. Alles was drin ist wird auch gebraucht. Hier findest du Informationen zu den Dingen, die ich selbst benutze. Wenn etwas für dich dabei ist und du es über die Links hier auf der Seite bestellst, kannst du eat better unterstützen – ohne dass es für dich mehr kostet. Dafür, dass du das tust an dieser Stelle schonmal herzlichen Dank!

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