DIE TRIEBE IM GRIFF: FAT LIFE!

Wie bekomme ich den Schweinhund an die Leine und beschütze mich dauerhaft vor lästigen Fressattacken? Wie reguliere ich mein Gewicht ohne Verzicht zu empfinden? Wie bringe ich Entzündungswerte im Körper runter und fördere eine schnelle Regeneration? Nicht nur für Leistungsathleten spannende Fragen. Die Lösung ist einfacher als gedacht: radikal raus mit den schnellen Carbs. Iss Fett. Vergiss den Rest. Werfen wir einen kurzen Blick auf einen ganz pragmatischen Ansatz:

Ausgehend davon, dass Proteine primär das Baumaterial des Körpers sind bleiben in der Nahrung Kohlehydrate und Fette zur Energieversorgung. Schaut man sich die Verstoffwechselung beider Nährstoffe an fallen verschiedene Dinge auf:

Schnelle, kurzkettige Kohlehydrate haben einen direkten Einfluss auf den Insulinspiegel (anaboler/anlagernder Modus) und verursachen im Stoffwechsel sog. oxidativen Stress. Dieser zeigt sich in Form freier Radikale, diese schädigen – kurz gesagt – die Zellstrukturen. Hinzukommend werden die viele Carbs sauer verstoffwechselt, was den Säure-Basen-Haushalt des Organismus dauerhaft und vor Allem mit zunehmendem Alter vor ein weiteres Problem stellt.

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Ran an den Speck!

Fette werden insulininaktiv und – wenn ‚gut‘ – neutral, basisch oder positiv sauer verbrannt. Sie produzieren keine oder kaum freie Radikale. Ganz einfach könnte man sagen, dass im Organismus deutlich weniger problematische Substanzen zurückbleiben und diese natürlich auch nicht beseitigt werden müssen.

 

 

In der Praxis führt ein weitgehender Verzicht auf Carbs bei gleichzeitig ausreichender Energieversorgung des Körpers zu verschiedenen positiven Auswirkungen:

1. Durch die geringere Belastung der Zellstrukturen (weniger freie Radikale in Kombination mit weniger Säure) bleiben diese länger ‚frisch‘, der Körper hat also deutlich weniger Aufwendungen für Reparatur und Regeneration. Dies drückt sich in besserem Schlaf und einer entsprechend günstigeren hormonellen Disposition aus. In der Regel verbessern sich Hautbild und Bindegewebe und die Immunaktivität wird deutlich geringer. Du hast mehr Energie zur Verfügung.

2. Die signifikant geringeren Schwankungen im Blutzuckerspiegel entsprossen das System zusätzlich, da der Körper nahezu permanent in einem Stoffwechselmodus bleiben kann (Fettstoffwechsel). Dies zeigt sich in einer kontinuierlich hohen Leistungsfähigkeit ohne Leistungstiefs wenn die KH-Speicher leer werden und die Energieversorgung umschalten muss um die Depotfette (oder in ungünstigen Fällen bei einer Proteinunterdeckung die Muskulatur) als Quelle zu stilisieren.

3. Die emotionalen Begehrlichkeiten verändern sich radikal. Bei einer ausreichenden Energie- und Mikronutientversorgung lässt der Appetit auf süße und stärkehaltige Nahrungsmittel binnen kürzester Zeit erheblich nach. Das schließt auch Obst mit ein, dessen Fruktose bei übermäßiger Zufuhr weitaus mehr negative als positive Aspekte hat. Durch die Reduktion des oxidativen Stresses wird – kurz gesagt – deine Laune besser und stabiler.

Die Folge: lebt man eine längere Zeit ‚low Carb/high Fat‘ stellt die (isolierte) Zufuhr schneller KH’e ein regelrechtes metabolisches Doping dar. Dies kann man sich z.B. vor fordernden Sporteinheiten oder starken kognitiven Belastungen zunutze machen – wer da die leeren Speicher füllt bekommt für 2-3 Stunden ein extremes Leistungsplus.

Tauscht Carbs gegen gute Fette!

Im Alltag kann man persönlich sehr gut damit leben morgens Kaffee mit reichlich Kokosmilch (und ab und an Nüsse mit Beeren), mittags und abends Fisch/Fleisch/pflanzliche Proteine und Gemüse und alle paar Tage abends ein oder zwei Kartoffeln zu essen. Wenn der Snackappetit kommt greifst du besser zu Nüssen statt zu Obst. Eine ausreichende Mikronutientenversorgung stellst du mit einer natürlichen Superfood-Supplementierung sicher.

Max. einmal in der Woche kannst du dir einen ‚Reload‘ geben und füllst die KH-Speicher mit sauberer Nahrung auf. So trainierst du deine metabolische Flexibilität – ein ganz natürlicher Wettbewerbsvorteil. Die Quintessenz stellt sich nach ca. vier bis sechs Wochen ein: du wirst psychisch entspannter, wirst deutlich besser (ein- und durch-) schlafen und insgesamt deutlich stabiler in deiner Leistungskurve.

Auch der situationsbedingte Verzicht auf eine Mahlzeit wird dir praktisch nichts ausmachen (die Intensität des Hungers nimmt ab). Wenn du je nach individueller Masse unter 50-80gr. KH/Tag, liegst brauchst du den Rest der Kalorien nie mehr zu zählen!

By the Way: dieser Ansatz ist so alt wie die Menschheit. Noch nie standen uns soviel schnelle Carbs zur Verfügung wie heute. Unsere Hirne wurden größer, da wir Fett und Protein gegessen haben. Unser System ist auch heute noch nicht daran adaptiert. Also: nix wie zurück in die Zukunft!

Wie sich dieser Ansatz im Kraft- und Ausdauertraining gezielt einsetzen lässt erfahrt ihr in ein paar Tagen hier!

 

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