(Anti-) nutiriente in Lebensmitteln – Saponine

Wie würdest du dich gegen gegen deine natürlichen Feinde wie Insekten und Pilze schützen wenn du dich nicht bewegen könntest? Wenn du zum Beispiel als Kartoffel unter der Erde oder als Bohne am Busch rumhängen würdest? Vielleicht würdest du dir eine Hülle zulegen die denen, die von dir zehren möchten nicht schmeckt. Clever, so ein Gemüse.

potato-1422580_1280Saponine zählen zu den Sekundären Pflanzenstoffen und schützen das nährstoffreiche Gewebe vieler Pflanzenarten (Bohnen, Kartoffeln, Tomaten, Spinat, Erbsen, Ginseng, Tees uvm.) vor Pilz- und Bakterienbefall und dem Fraß durch Insekten und andere wechselwarme Tiere. Sie finden sich z.B. in Blättern, Knollen, Wurzeln, Hüllen und Schalen aber auch in marinen Kleinstlebewesen.

Des einen Leid, des anderen Freud: Für Menschen sind Saponine nicht per se toxisch – ganz im Gegenteil – vielen Vertretern dieser großen und breitgefächerten Gruppe werden positive Eigenschaften zugesprochen.

Ein zentraler Aspekt dabei ist die Immunstimulation, also die Aktivierung der hauseigenen Abwehrmechanismen nach dem Verzehr. Durch die Bindungsfähigkeit von Saponinen (z.B. an  LDL-Cholesterine) hat es positiv-regulative Eigenschaften und kann dabei helfen den Cholesterinspiegel zu senken. Diese Fähigkeit an etwas anderes anzudocken ist uns auch von den Lektinen bekannt – und macht eben diese zu einer Gefahr z.B. für unsere Darmwände. Bei Saponinen konnte jedoch, außer in isolierten Gewebestrukturen, keine Erhöhung der Permeablität des Darms nachgewiesen werden. Ganz im Gegenteil: die antikarzinogene Wirkung ist mittlerweile unumstritten, der genaue Wirkmechanismus jedoch unklar.

plants-1331667_1280Klar ist allerdings eins: Saponine gehören nicht in die Blutbahn – dort führen sie zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen. Dementsprechend lohnt sich ein Blick auf Nahrungsmittel, die sowohl Saponine als auch Lektine enthalten. Denn ist die Darmwand z.B. durch lektinhaltige Lebensmittel durchlässig geworden können Saponine ungehindert in den Organismus gelangen und mehr Schaden als Nutzen verursachen. Hülsenfrüchte, allen voran Sojabohnen, tragen diese ungünstige Kombination in sich – noch ein Grund mehr sie komplett aus der Ernährung zu verbannen. Ist die Kartoffel hingegen erstens reif, zweitens gekocht und drittens gepellt stellen die enthaltenen Saponine keine Gefahr mehr für den Menschen dar.

So reichhaltig die Bandbreite der verschiedenen Saponinstrukturen ist, so wenig sind diese bis heute erforscht. Auch lässt sich keine eindeutige Aussage zur Deaktivierung des Wirkstoffs durch z.B. erhitzen oder wässern treffen. Viele positive Eigenschaften stehen gegen wenige negative – und hier macht nicht nur die Dosis, sondern auch die Kombination das Gift. Mit einem intakten Verdauungssystem haben verschiedene Saponine einen konkreten Nutzen für den Menschen. Kommen sie mit Lektinen im Paket können sie eine Gefahr darstellen.

Die Kartoffeln ab und an zu schälen kann dennoch kein Schaden sein 😉

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