(Anti-)nutiriente in Lebensmitteln – Phytinsäure

Egoistische Keime? Jeder ist sich selbst der Nächste! Wer kein Wiederkäuer ist sollte hier genauer hinschauen. Phytinsäuren oder auch Phytate sind bioaktive Substanzen in Hülsenfrüchten, Ölsaaten, Nüssen, Kernen und Getreiden. Sie binden Mineralien aus ihrer Umgebung, die der Keim der Pflanze gerne für sein eigenes Wachstum haben möchte.

Das unverarbeitet verzehrte ‚Saatgut’ sammelt also während der Passage durch Magen und Darm alle Mineralstoffe ein, die es dort bekommen kann. Diese Mikronährstoffe stehen dir dann nicht mehr zur Verfügung und landen, für deinen Körper ohne jeden Nutzen, irgendwann in der Toilette. Kurzum nimmt die zugeführte Nahrung etwas mit, dass sie selbst nicht eingebracht hat. Soviel zum Ego-Keim.

wheat-8762__180Dieser weiß sich und sein Inneres aber auch zu schützen: Phytinsäure blockiert als sogenannter Proteaseinhibitor die für die Verdauung von Proteinen notwendigen Enzyme Pepsin und Trypsin. Damit macht das Saatgut sich selbst und seine ‚wertvollen Inhaltsstoffe’ teilweise unbrauchbar – in dem es dafür sorgt, dass das eigene Eiweiß dem Fressfeind nicht zur Verfügung steht.

Kurzum geht nutritiv mehr Gutes raus als rein und gerade wenn du deinen Eiweißbedarf aus pflanzlichen Quellen bedienen möchtest solltest du diese Zusammenhänge kennen.

Wie üblich macht aber mal wieder die Dosis das Gift – Phytinsäuren haben durchaus auch positive Eigenschaften: als Antioxidanzien beschützen sie deine Zellstrukturen und dich damit vor einem möglichen Tumorwachstum. Interessant ist auch die Verzögeru
ng der Verdauung von Stärke und die damit einhergehende Blutzuckerregulation durch Phytate. Dies kann man sich in einer cleveren Reduktionsdiät durchaus zunutze machen.

Wichtig zu wissen ist auch, dass sich Phytinsäuren durch Phytase teilweise neutralisieren lassen. Wiederkäuer haben diese massig in ihren Mägen – wir Säugetiere jedoch nur sehr wenig. Die Träger der Phytinsäure bringen die Phytase aber gleich mit: durch Einweichen der Nahrungsmittel vor dem Verzehr kann sie freigesetzt werden.

Dennoch gibt es ein paar Nahrungsmittel, die aufgrund ihrer hohen Phytatkonzentration
zumindest nicht regelmäßig auf den Speiseplan gehören:

Soja, Mais, Weizen, Roggen, Gerste, Erd- und soya-83087__180Paranüsse sowie verschiedene Bohnensorten (insbes. Dicke Bohnen und Kidneybohnen) kommen mit soviel Phytinsäure daher, dass sie zumindest als Proteinlieferant gänzlich unbrauchbar sind. Schluss also mit dem Tofuburger im Weizenbrötchen 😉

Und bei vielen dieser Nahrungsmittel sind wir auch gleich bei einem anderen Antrinutrient: den Lektinen – Hauptakteure für das Leaky-Gut-Syndrom und damit einhergehenden Immunreaktionen.

 

 

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