(Anti-)nutiriente in Lebensmitteln – Lektine

Die Strategien der verschiedenen Lebewesen zum Überleben auf unserem Planeten sind variantenreich. Auch Pflanzen sind nicht nur auf dem Planeten weil sie so gern von dir gegessen werden wollen und haben sich entsprechend gewappnet. Einige Getreide und Hülsenfrüchte haben sich dabei für die ‚Lektin-Strategie‘ entschieden. Was sind Lektine und was machen sie mit deinem Körper?

Lektine sind Nahrungsbestandteile in Form komplexer Proteinstrukturen, die sich durch die Verbindung mit einzelnen Kohlenhydraten an Zellmembranen binden und dort biochemische Reaktionen auslösen können. In der Natur fungieren sie als ein natürliches Pestizid, indem sie bei Tieren, die lektinhaltige Pflanzen fressen Krankheiten auslösen und diese in der Folge instinktiv davon abhalten diese Pflanzen wieder zu verzehren.

food-4509_960_720Auch wenn nicht alle Lektinarten gefährlich für den Menschen sind und teilweise durch die Verarbeitung (z.B. erhitzen, keinem oder fermentieren) deaktivert werden können lohnt ein Blick auf die Auswirkungen:

Einige Lektinstrukturen aus Soja, anderen Hülsenfrüchten und Getreiden können sich an die Wände des (Dünn-)Darms binden. Dies hat zwei nennenswerte Folgen. Zum einen behindern die dadurch die Aufnahmefähigkeit unseres Verdauungssystems, was dazu führt, dass bestimmte Nährstoffe nicht mehr absorbiert werden können und dem Organismus nicht mehr (ausreichend) zur Verfügung stehen.

tiro-160574_960_720Zum anderen können die angedockten Lektine über die Darm-Blut-Schranke in den Organismus gelangen und verursachen dabei Schäden an der Darmwand. Diese wird also porös (Leaky-Gut-Syndrom) und damit durchlässig für Fremdkörper, die normalerweise mit der Darmpassage ausgeschieden werden.

Der Eintritt dieser unerwünschten Fremdstoffe in den Organismus löst in der Folge eine Immunreaktion aus – der Körper ist bestrebt, die ungebetenen Gäste so schnell wie möglich wieder vor die Tür zu setzen. Diese kontinuierliche Immunaktivität kostet unser System dann eine Menge Kraft und führt zu einer schleichenden Verschlechterung der Befindlichkeit und zu hormonellen Veränderungen. So schaffen wir uns eine ideale Ausgangsbasis für den Eintritt in ein ungünstiges Krankheitsszenario oder eine Autoimmunreaktion.

Lektine finden sich in zahlreichen pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln – allerdings in stark schwankenden Konzentrationen. Ganz vorne dabei sind Weizen und Soja. Hier lohnt die Überlegung, auch aufgrund der Belastung mit anderen Antrinutrienten wie z.B. Phytinsäuren komplett auf den Verzehr zu verzichten. Gleiches gilt für Kuhmilchprodukte aus konventioneller Produktion – die Rückstände der Viehfütterung mit Soja- und Getreideschrot führt zu einer erheblichen Belastung der gewonnenen Produkte.

Garten- oder Brechbohnen, Kartoffeln, Tomaten & Co. enthalten ebenfalls Lektine – allerdings in weitaus geringerer Konzentration und von geringerer thermischer Stabilität. Erhitzen über 75°C für einen Zeitraum größer 5 Minuten zerstört die Proteinstrukturen der Antinutiente und macht sie damit ungefährlich. Also ab in den Topf damit!

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