BACKGROUND

CIMG0035Mit Mitte zwanzig führte ich ein ziemlich normales, nordwesteuropäisch-ungesundes Leben. Ich war gut in meinem Job, heiratete eine hübsche Frau, kaufte ein schönes Haus und fuhr ein dickes Auto. Am Wochenende, nach dem einen oder anderen opulenten Essen und gutem Wein im Kreis der vielen Freunde stellte ich dann traurig fest, dass sich mein Leben nicht so anfühlte wie ich es wollte.

Aber ich war umgeben von Menschen, die mein Leben verdammt gut fanden, was ich machte und wieviel Geld ich damit verdiente. Ich war jung – und empfänglich für Lob und Zuspruch von außen. So haben sich meine Prioritäten und Lebensziele ganz schnell verschoben und ich war besonders stolz auf mich, wenn wir uns etwas schönes, neues und großes gekauft hatten.

Als Trainer für Kommunikations- und Verhaltenspsychologie habe ich Menschen im Vertrieb viele Jahre dabei geholfen, mehr Umsatz und Profit für ihre Firmen zu machen. Irgendwie hatte ich aber das Gefühl, dass die meisten Menschen mit denen ich gearbeitet habe, auch lieber etwas anderes getan hätten als ‚erklärungsbedürftige Software‘ an Unternehmen zu verkaufen, die vorher ja auch schon irgendwie funktioniert hatten. Trotzdem wurde ich Teilhaber einer Marketingagentur. Das fiel mir, wie so schon so vieles davor, quasi in den Schoß.

Ich bin Jahrgang 1975 und wohlbehütet in einem hübschen Vorort zwischen Düsseldorf und Mönchengladbach aufgewachsen.

Mir hat es nie an etwas gefehlt. Auch später hatte ich viel Glück, lernte zur richtigen Zeit die richtigen Menschen kennen und das Leben war oft leicht: Naja, so dachte ich eben, es würde immer so laufen.

Nach ausreichend Wein träumte ich mich in ein anderes Leben; als Hotelier nach Frankreich oder als Koch in ein kleines Restaurant am Arsch der Welt. Ich wollte Menschen einfache und echte Freuden machen, sei es mit einem guten Essen oder einer schönen Zeit in ihrem Leben. Natürlich blieb das eine Träumerei und weil ja augenscheinlich alles so gut lief habe ich am nächsten Tag die Tretmühle weiter bedient. Wenn man den Lebensraum mit genug Materie zupflastert bleibt nur noch wenige Fläche für Gefühle übrig. Aber irgendwann wird es dann doch zu voll.

Das wurde meiner Frau wohl etwas früher als mir klar und so und so trennten sich unsere Wege nach sieben Jahren Zweisamkeit. Gerade als ich unser Leben selber schon fast gut fand, war das Fundament meines Masterplans plötzlich weg. Ich habe das nicht so gut verkraftet – und wenn mein Leben vorher normal ungesund war wurde es ab dem Tag unserer Trennung unnnormal ungesund.

Ich zog meine Midlife-Crisis ein paar Jahre vor, verlor ich mich in Partys und umgab mich mit Menschen, die so waren, wie ich damals selbst gerne gewesen wäre. Da ich für meine Aktivitäten praktisch unbegrenzte Mittel für alle zur Verfügung hatte, lief das aus meiner Sicht alles ziemlich reibungslos.

Natürlich wurde irgendwann sichtbar, dass ich mehr Zeit in Clubs verbrachte als im Büro. Als es dann wirklich reichte schickte mein Kompagnon mich mit einer satten Abfindung ins Nirvana. Und damit ging es dann ein paar Jahre richtig rund. Ich arbeitete mit genauso viel Präzision und Ausdauer an meinem Verfall wie ich vorher an meinen Projekten gearbeitet hatte und war dabei auch mindestens genauso erfolgreich.

2011 war ich pleite, ziemlich hinüber und stand vor der Frage: Bald Ende oder jetzt anders?

Image 10.05.16 at 18.20Ich habe mich für ‚jetzt anders‘ entschieden. Einfach nur anders! Ab sofort! 

Ab diesem Tag habe ich restlos alles so gemacht, wie ich damals glaubte dass es richtig wäre. Gesundes Essen, Sport, Fokus auf das Wesentliche und alles schadhafte und unsinnige raus.

Es war die beste Entscheidung meines Lebens und so erlebe ich heute eine wunderbare und von Zufriedenheit erfüllte Zeit. Damals habe ich nach einigem Experimentieren meinen Weg in eine naturnahe Ernährung und Lebensführung gefunden – ganz einfach weil es mir am besten bekommt und ich mich damit am besten fühle.

In 2014 habe ich inspiriert von einer Ausbildung als PaleoCoach ein Steinzeit-Jahr begonnen: 100% Clean essen, täglich Training und Bewegung an der frischen Luft, kein motorbetriebenes Verkehrsmittel nutzen, keine Kosmetikprodukte und strikte Medien- und Sozialhygiene. Aus meinen Erfahrungen im Verlauf dieses Jahres ist das Fundament für eat better entstanden.

Heute bin ich über vierzig, habe mehr Kraft und Energie als mit dreißig und habe meine Triebe gut im Griff. Ich habe einen klaren Fokus, weiß was mir gut tut und was ich besser lasse. Seitdem habe ich viele Menschen auf dem Weg zu ihren übergeordneten Zielen begleitet. Dabei merke ich immer wieder, dass mir mein eigener beruflicher Werdegang mit all seinen Facetten dabei hilft, mich in die Lebenssituationen meiner Klienten einzufühlen.

Ich bin sehr dankbar für die ungezählten bewegenden und schönen Momente, die eat better für alle Beteiligten ermöglicht. Meine Erlebnisse und Erfahrungen teile ich mit dir in diesem Blog.

 

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